Der Darboven IDEE-Förderpreis

Laura Bücheler & Isabella Hillmer gewinnen den 14. Darboven IDEE-Förderpreis!

Seit 22 Jahren ehrt der Darboven IDEE-Förderpreis Frauen mit innovativen Gründungsideen. Mit GHOST – feel it. gewann das Gründerinnen-Duo Laura Bücheler & Isabella Hillmer den ersten Platz und somit die 50.000 Euro Förderung. Der zweite Platz ging an Katja Werner mit PiNa-Tec, der dritte Platz wurde an Sabrina Hellstern und Hellstern medical verliehen.

Fünf Gründerinnen traten mit ihren Businessideen an, um beim diesjährigen Darboven IDEE-Förderpreis die Jury von sich zu überzeugen. Als nationale Auszeichnung für Gründerinnen aus allen Wirtschaftsbereichen ist der Darboven IDEE-Förderpreis einzigartig. Das Gründerinnen-Duo Laura Bücheler & Isabella Hillmer aus Berlin mit ihrem Unternehmen GHOST – feel it. konnte sich gegen die weiteren Finalistinnen durchsetzen und das Preisgeld von 50.000 Euro gewinnen. Der zweite Platz, welcher mit 10.000 Euro Preisgeld dotiert ist, ging an Katja Werner aus Hamburg mit PiNa-Tec. Über Platz drei und 5.000 Euro Preisgeld kann sich Sabrina Hellstern mit Hellstern medical freuen. „Der Anteil der Gründungen von Frauen ist zurückgegangen. Aber, wir brauchen das weibliche Potenzial in allen Wirtschaftsbereichen heute mehr denn je“, erklärt Stifter Albert Darboven.

Informationen zu Preisträgerinnen der vergangenen Jahre finden Sie hier.

„Wir brauchen mehr weibliche Vorbilder und mehr Frauen in verantwortungsvollen Positionen sowie mehr Unternehmerinnen. Deshalb habe ich bereits 1997 den Darboven IDEE-Förderpreis ins Leben gerufen.“
Albert Darboven

Sollten Sie Fragen haben, wenden Sie sich gerne an:

Ansprechpartnerin Darboven IDEE-Förderpreis
Ute Lund – lund@albertundeddadarboven-stiftung.de

Die Ausschreibung des 15. Darboven IDEE-Förderpreises erfolgt ab Januar 2021 an dieser Stelle.

Die Jury

Der Förderpreis steht unter der Schirmherrschaft von Frau Prof. Dr. Dagmar Schipanski. Ausgewählt werden die Preisträgerinnen durch eine hochkarätige Jury unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Rolf Eggert. Die weiteren Jurymitglieder sind Dr. Frank Dettmann, Dr. Necla Kelek, Norbert Leopoldseder, Wilfried Peters, Dr. Anita Plantikow sowie Manuela Rasthofer (Preisträgerin des Darboven IDEE-Förderpreis 2017).

Die Kriterien für die Vergabe des Förderpreises sind klar definiert. Im Vordergrund stehen der Innovationsgrad der Geschäftsidee, das tragfähige Business-Konzept, das persönliche Engagement der Gründerin und die Anzahl der geschaffenen bzw. zu erwartenden neuen Arbeitsplätze.

Der Weg ins Finale

Am Vortag der Preisverleihung stellten sich die Finalistinnen den Fragen der sechsköpfigen Expertenjury unter Vorsitz von Prof. Dr. Rolf Eggert. Die Schirmherrin Prof. Dr. Dagmar Schipanski begleitete die Jurysitzung. In beratender Position saß Manuela Rasthofer, die Gewinnerin des Darboven IDEE-Förderpreis 2017, dem Finale bei. Bei der Jurysitzung standen neben den formalen Kriterien des Unternehmens auch das persönliche Engagement der Gründerinnen im Vordergrund. Mit Zahlen, Fakten, Videos, Prototypen und einem gewinnenden Auftritt konnten die Finalistinnen die Jury überzeugen.

Die fünf Finalistinnen konnten sich gegen 175 Bewerbungen durchsetzen, die bei der Jury in diesem Jahr eingegangen sind. Vier Gründerinnen schafften mit ihren Ideen den direkten Einzug ins Finale: Das Gründerduo Isabella Hillmer & Laura Bücheler mit GHOST – feel it. GmbH, Katja Werner mit PiNa-Tec GmbH, Daniela Schumacher mit PsyCurio und Sabrina Hellstern mit Hellstern medical GmbH. Juliane Schöning konnte sich mit ihrem Unternehmen Kulero GmbH im Publikumsvoting gegen sechs weitere Teilnehmerinnen durchsetzen und so den fünften Finalplatz erhalten.

DIE GEWINNERINNEN

1. Preis

Isabella Hillmer & Laura Bücheler,
GHOST – feel it. GmbH

Zu den Personen:
Isabella Hillmer (Jg. 1991) entwickelte bereits während ihres Psychologie-Studiums die Idee zu GHOST und den haptischen User Interfaces. Gemeinsam mit ihrer Schulfreundin Laura Bücheler (Jg. 1990) gründete sie 2017 das Unternehmen. Bücheler arbeitete damals als studierte Medizintechnikerin (BSc. TU München & MSc. University of Strathclyde, Schottland) im Produktmanagement. 2019 wurde das Unternehmen zur GmbH.

Ihre IDEE:
GHOST – feel it. GmbH bietet eine Softwareumgebung zur Erstellung haptischer User Interfaces, um den Tastsinn als Mensch-Maschine-Schnittstelle intuitiv zu nutzen. Als zusätzlicher Impuls neben den oft überladenen visuellen und auditiven Informationsquellen bietet Haptik neue Wege um Informationen zu verarbeiten. So bekommen beispielsweise Autofahrer beruhigende Impulse in Stresssituationen vom Auto oder Prothesennutzer haben erstmals die Möglichkeit, ihre Prothese zu spüren.
Ein Online-Fragebogen sammelt Input zum Produkt und dem gewünschten Effekt, der ausgelöst werden soll. Anschließend erstellt ein automatisiertes Programm mithilfe einer Datenbank und künstlicher Intelligenz ein haptisches User Interface. So kann beinahe jedes Produkt durch ein haptisches User Interface ergänzt werden.

Die Zukunft:
Die GHOST – feel it. GmbH steht mit der Gründung im März 2019 noch am Anfang ihrer Erfolgsgeschichte. Bisher konnten sie Pilotprojekte in unterschiedlichen Industrien über einen Gesamtwert von 50.000€ abschließen. In den nächsten Monaten sollen Mitarbeiter eingestellt werden und die KI-Entwicklung und Automatisierung weiter vorangetrieben werden, um in Zukunft noch schneller Projekte umsetzten zu können.

2. Preis

Katja Werner,
PiNa-Tec GmbH

Zur Person:
Katja Werner (Jg. 1968) arbeitet seit 26 Jahren wissenschaftlich an proteinbiochemischen Fragestellungen. Ihre acht Jahre Arbeitserfahrung bei CAN GmbH (Centrum für Angewandte Nanotechnologie), das berufsbegleitende Masterstudium „Drug Research and Management“ und weitere zwei Jahre als Business Development Managerin eines forschenden Medizinprodukteherstellers, bildeten die Basis für die Gründung von PiNa-Tec GmbH im Januar 2019.

Ihre IDEE:
PiNa-Tec GmbH stellt Bio-Nanotechnologische Fertigprodukte her, bei denen besonderer Wert auf Anwenderfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit gelegt wird. Bei der ersten Produktreihe nutzt PiNa-Tec GmbH Goldnanopartikel, um Antikörpern Sichtbarkeit zu verleihen. Diese besonderen Erkennungsmoleküle werden auf Filter aufgebracht und so trocken und unempfindlich weltweit vermarktet. Das Produkt wird zum Nachweis des passenden Bindungspartners im Partikel-Immuno-Assay (PIA) verwendet. Mit diesem zum Patent angemeldeten Stoff und Verfahren reduzieren sich Zeit- und Arbeitsaufwand um mindestens 70%. Bei gleichbleibenden Kosten gewinnt der Kunde außerdem Zuverlässigkeit des Verfahrens und eine verbesserte Performance. Es nutzt Goldnanopartikel in geringer Konzentration, bei der die Lösung rosa erscheint. Die Reihe hat daher die Bezeichnung PIA-PINK erhalten. Die erste vermarktete Besonderheit richtet sich gegen ein in der Proteinbiochemie vielfach verwendetes Markierungsmolekül, den Poly-Histidin-Tag (His-tag). Mit PIA-PINK-His kann das gesuchte Protein innerhalb von Minuten gefunden und quantifiziert werden. Dazu werden Proben auf einer Trägermembran mit dem Reagenz bedeckt, bis das Vorhandensein durch die Anreicherung der rot markierten Erkennungsmoleküle angezeigt wird.

Die Zukunft:
Bis Ende 2019 ist der Launch des Produktes PIA-PINK His bei mindestens drei Vertriebs-partnern angestrebt. Die zum Patent angemeldete Stabilisierung empfindlicher Komponenten auf geeignetem Trägermaterial lässt sich auf eine Reihe weiterer Reagenzien übertragen. Ein großes Zukunftsziel ist die Zulassung von in-vitro-Diagnostika. Außerdem ist bis Mitte 2021 eine Vergrößerung der Laborräume und Büroflächen im neuen Innovation Center auf dem DESY-Campus in Hamburg geplant.

3. Preis

Sabrina Hellstern,
Hellstern medical GmbH

Zur Person:
Sabrina Hellstern (Jg. 1982) ist examinierte Kinderkrankenschwester. Nach ihrer Ausbildung arbeitete sie über 12 Jahre im medizintechnischen Vertrieb bei unterschiedlichen Firmen. Die zweifache Mutter war zudem fünf Jahre als Head of Sales tätig und wurde so auf das Problem in den Kliniken aufmerksam. Als Erfinderin des S3_surgeon support system meldete sie ein Patent an. 2019 gründete sie die Hellstern medical GmbH und leitet ein interdisziplinäres Team aus Ärzten, Ingenieuren etc.

Ihre IDEE:
Die Hellstern medical GmbH hat ein innovatives und ergonomisches Körperunterstützungssystem für Chirurgen entwickelt – für stehende und sitzende Positionen. Es reduziert die Muskelermüdung und Schmerzen des OP-Personals. Chirurgen stehen stundenlang statisch am OP-Tisch, teils in schrägen Zwangshaltungen. Um unterschiedliche Körpergrößen am OP-Tisch auszugleichen, steht man weltweit auf Stahl-Auftritten. Das führt zu vorzeitiger Muskelermüdung sowie Konzentrations- und Leistungsverlust. Hierunter leidet gravierenderweise die chirurgische Genauigkeit und es kann zu vermeidbaren Fehlern kommen. Aufgrund dieser Arbeitsbedingungen leiden 75% der operierenden und laparoskopierenden Fachdisziplinen häufig unter starken Schmerzen und Muskel- und Skeletterkrankungen.
Das S³_surgeon support system wird die Arbeit der Chirurgen deutlich erleichtern und damit sowohl die Arbeitskraft als auch die Gesundheit schonen. Durch die daraus resultierenden positiven Auswirkungen auf die Konzentration und die Leistungsfähigkeit entsteht eine deutlich bessere Operationsqualität und eine erhöhte Rentabilität der Klinik.

Die Zukunft:
Aktuell arbeitet Frau Hellstern fokussiert an der Serienreife des S³_surgeon support system. Langfristig möchte sie mit der Hellstern medical GmbH weitere wichtige Entwicklungen für die Gesundheit der Patienten und Ärzte vorantreiben.

GHOST – FEEL IT. GMBH

PINA-TEC GMBH

HELLSTERN MEDICAL GMBH